Am Einsatz von Hygienespüler scheiden sich die Geister. Die einen fürchten sich vor Keimen und Bakterien, die auf der Tastatur, in Bad und Küche, auf öffentlichen Toiletten, einfach überall und sogar in der heimischen Waschmaschine lauern und nur darauf zu warten scheinen, uns in einem unbedachten Moment anzuspringen. Die anderen warnen vor negativen Folgen für die Gesundheit, vor Allergien und vor Schädigung der Umwelt.

Die herstellende Industrie schürt die Ängste der Pro-Fraktion und bietet zielgruppenspezifisch das passende Produkt, z.B. Hygienespüler Sport, Hygiene-Weichspüler, Hygienespüler für Allergiker usw.. Umweltschutzorganisationen erteilen der Contra-Partei Schützenhilfe. Dieser Beitrag soll helfen sich eine eigene Meinung zu bilden.

Was ist dran am Hygienespüler?

Schauen wir erstmal, was drin ist im Hygienespüler. In der Hauptsache besteht dieses Produkt aus Desinfektionsmitteln und Duftstoffen. Erstere versprechen, die heimtückischen Keime, Pilze, Viren annähernd hundertprozentig zu eliminieren, letztere sorgen für einen frischen und angenehmen Geruch.

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Warum Hygienespüler verwenden?

Sie können sich nun fragen, warum die Textilien, die Sie am Körper tragen, sterilisiert werden sollen, wenn Sie selbst auch nicht keimfrei durch die Gegend laufen. Oder Sie stellen Überlegungen an, ob vorige Generationen kränker waren als wir, weil die Klamotten in Uromas Waschküche lediglich mit Wasser und Seife behandelt wurden, statt duft- und desinfektionstechnisch aufgehübscht zu werden.
Nun, die modernen Stoffe (Funktionswäsche, Kunstfasern, Neoprenanzug usw.) würden das Blubbern und Brodeln in Großmutters Waschbottich sicher nicht unbeschadet überstehen. Unsere heutigen Kleidungsstücke sind größtenteils darauf ausgelegt, nicht heißer als mit 40° C gewaschen zu werden. Das schont die Fasern und spart Energie.

Aber wird die Wäsche auf diese Weise auch richtig sauber? Merkt unsere Nase dem Funktions-T-Shirt den schweißtreibenden Einsatz im Fitness-Studio nach der Wäsche noch an? Was passiert, wenn Familienmitglieder ansteckende Krankheiten und Pilzinfektionen haben oder den Kindern ein Malheur passiert ist? Das Thema Hygiene in der Waschmaschine ist heikel.


Hierzu brauchen Sie keinen Hygienespüler

Kleidungsstücke, Handtücher und Küchentücher, die heiß gewaschen werden dürfen, sind nach einer Vollwäsche mit 60° C hygienisch sauber. Hartnäckige Flecken können vor der Wäsche mit Gallseife oder einem Fleckenmittel behandelt werden.

Wer sich unsicher ist, kann in besonderen Fällen auch noch einen Vorwaschgang einlegen, um das Waschergebnis zu verbessern oder einzelne Wäschestücke zuvor „einweichen“, d.h. in einem extra Behältnis mit Wasser und einem Zusatz wie z.B. Essigessenz über einen längeren Zeitraum liegen lassen. Essig sollte jedoch, um die Gummibauteile zu schonen, nicht in die Waschmaschine gegeben werden, es sei denn, der Hersteller erlaubt dies ausdrücklich. Bei Geschirrspülern beispielsweise weisen einige Hersteller darauf hin, dass anstelle von Klarspüler auch Essig (empfohlenen maximalen Säuregrad beachten!) verwendet werden kann.

Hinweis: Experten des Umweltbundesamtes halten Hygienespüler in der Regel für unnötig, wenn alle Personen im Haushalt gesund sind.

Hygienespüler sinnvoll?
Hygienespüler sind umstritten (Bild: © DOC RABE Media – Fotolia.com)

Wann können Hygienespüler sinnvoll sein?

Wie schon gesagt, sind aber nicht alle Textilien für heiße Wäsche oder für den Vollwaschgang geeignet. In diesen Fällen kann der Einsatz von Hygienespüler durchaus sinnvoll sein, wenn z.B. Krankheiten oder Pilzinfektionen vorliegen oder die Kleidung bei sehr starkem Schwitzen auch nach dem Waschen noch nach Schweiß riecht.

Häufig gibt es auch bei gemeinschaftlich genutzten Waschmaschinen (die WG lässt grüßen!) das Problem, dass die Sachen nach dem Waschen total muffig riechen. Dann hat sich in der Maschine ein sogenannter „Biofilm“ gebildet, dem man am besten damit zu Leibe rückt, dass man eine Leerwäsche mit 60° C und einem guten Schuss Hygienespüler durchlaufen lässt. In diesem Fall wird nicht die Wäsche sondern die Maschine desinfiziert.

In einigen Hygienespülern ist Benzalkoniumchlorid enthalten. Dieser Konservierungsstoff ist z.B. bei Klinikpersonal der Hauptauslöser für Hautreaktionen. Um die Gefahr von Allergien und Irritationen zu minimieren, sollten Sie das desinfinzierenden Mittel nicht beim letzten Spülgang, sondern sofort dazu geben oder die Wäsche nochmals zusätzlich spülen lassen, um Reste des Mittels zu entfernen.

Eine allgemein gültige Aussage pro oder contra Hygienespüler kann nicht getroffen werden. Letztlich muss jeder selbst abwägen, ob und wann er ihn einsetzen will.

Welche Nachteile haben sie?

Auf der einen Seite steht die Desinfektion der Wäsche, auf der anderen Seite gibt es einige Nachteile dieser desinfizierenden Stoffe, die für viele Experten überwiegen. Denn sie sind auch der Gesundheit nicht unbedingt zuträglich. Hautreizungen und allergische Reaktionen können ausgelöst werden. Bei dauerhafter Anwendung können bestimmte Wirkstoffe der Gesundheit sogar schaden.

Desweiteren belasten sie die Umwelt in nicht unerheblichem Maße. Einige Inhaltsstoffe, lassen sich nur schwer abbauen, selbst in Kläranlagen.

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Wie verwendet man Hygienespüler?

Empfohlen wird die Zugabe ins Weichspülerfach der Waschmaschine, d.h. der Hygienespüler wird im letzten Spülgang zugegeben und bleibt somit auf der Wäsche. Ausnahmsweise kann das Mittel auch gleich zu Beginn hinzugegeben werden, um allergische Reaktionen und Hautirritationen zu minimieren.

Wo kann man welche kaufen?

Hygienespüler kaufen kann man in den meisten Drogerien und in einigen Supermärkten. Natürlich lohnt sich in vielen Fällen der Blick ins Internet. Online Shops wie Amazon bieten in der Regel gute Angebote.

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Ein Kommentar zu “Hygienespüler – sinnvoll oder überflüssig?”

  • Marion 7. August 2018 at 09:41

    ich verwende bei 30 Grad einen Hygienespüler. Kann ich den zusammen mit dem Weichspüler verwenden??? Als gleich in ein Fach?

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