ECO-Programm ECO-Programm - Nachhaltigkeit oder Ärgernis?

Strom und Wasser so sparsam wie möglich nutzen, trotzdem saubere Wäsche: Das verspricht die Waschmaschine. Weil aber immer noch viel Strom nötig ist, um das Wasser auf die gewünschte Waschtemperatur zu bringen, soll in den sogenannten Eco-Programmen der Stromverbrauch niedriger sein. Ist das Eco-Programm sinnvoll?

Was bedeutet Eco-Programm bei der Waschmaschine?

Eco-Programm bedeutet, dass das Programm besonders ökologisch und ökonomisch arbeitet. Es braucht also weniger Strom und weniger Wasser als andere Programme. Das Programm heizt das Wasser langsamer auf, erreicht meist etwas niedrigere Temperaturen als die herkömmlichen Programme und nutzt auch noch weniger Wasser. Trotzdem wird die Wäsche genauso sauber wie gewohnt. Ökotest geht davon aus, dass die meisten Waschmaschinen im Eco-Programm nur etwa halb so viel Energie verbrauchen wie im normalen Waschgang.

Wie lange dauert ein Eco Programm bei Waschmaschinen?

Wie lange das Eco-Programm braucht, ist bei jedem Modell etwas anders. Drei, dreieinhalb oder sogar fünf Stunden können das sein. Im Eco-Programm wird die Wäsche sehr lange eingeweicht, weshalb sie trotz niedrigerer Temperaturen und sparsamerem Wasserverbrauch wirklich sauber wird.

Warum dauert dieses Programm so lange?

Die Wäsche wird im Eco-Programm nicht permanent mit warmem Wasser durchgespült, sondern im einmal aufgeheizten Wasser lange eingeweicht. Dadurch kann das Waschmittel seine volle Kraft entfalten und Flecken wäscheschonend, mit wenig Wasser und vor allem mit weniger Stromverbrauch entfernen. Auch im Eco-Programm wird die Wäsche im Wasser immer wieder bewegt – aber sie wird lange im selben Wasser bewegt. Das ist auch der Grund, warum neue Waschmaschinen viel länger waschen als ältere Modelle.

Ist das Sparprogramm sinnvoll?

Das Sparprogramm ist sicher sinnvoll, denn es senkt den Energiebedarf auf etwa die Hälfte. Auch der Wasserbedarf ist nur halb so hoch wie bei den üblichen Kurzprogrammen. Damit „kostet“ Wäschewaschen deutlich weniger. Der niedrigere Strom- und Wasserverbrauch kommt auch der Umwelt zugute. Dennoch wird das Programm von vielen bemängelt, da die Programmdauer sich im Vergleich zu älteren Modellen um einiges verlängert hat. Dies ist gerade im Alltag größerer Haushalte, in denen viel Wäsche anfällt, sehr unpraktisch. Für viele ist es schwierig bei einer langen Programmdauer ausreichend Wäsche zu waschen.

Verbrauch im Vergleich zu anderen Programmen

Eigentlich klingt das nicht sehr logisch: Die Waschmaschine läuft doppelt oder fünfmal so lang wie im normalen Waschprogramm und soll dabei nur die Hälfte an Strom verbrauchen. Das ist aber leicht erklärt. Der hohe Stromverbrauch kommt bei er Waschmaschine zustande, wenn Wasser erhitzt wird. Wird das Wasser nun nicht ständig neu erhitzt, weil die Wäsche permanent mit frischem Wasser durchspült wird, sinkt logischerweise der Stromverbrauch.

Eco-Programm & Hygiene

Eco-Programme waschen Wäsche so sauber wie die normalen Programme in den angegebenen Temperaturen. Das bedeutet: Sichtbare Flecken und Verfärbungen, Gerüche von Essen oder Schweiß werden so zuverlässig entfernt, wie man das eben kennt. Allerdings gibt es auch Gründe, die für das Verwenden hoher Waschtemperaturen sprechen. Waren beispielsweise Familienmitglieder krank und man will die Ansteckungsgefahr über die Wäsche vermeiden, sind hohe Wassertemperaturen sinnvoll. Bei 60 Grad Celsius überleben die meisten Erreger nicht, die sich sonst beim Menschen wohlfühlen. Bettwäsche, Leibwäsche, Monatswäsche und Handtücher wurden deshalb früher zur Kochwäsche gegeben und sprichwörtlich gekocht. Heute reichen 60 Grad Celsius Wassertemperatur in Verbindung mit zuverlässigen Waschmitteln aus.

Vor- und Nachteile

Für gesunde Menschen sind die Eco-Programme eine gute Idee, um den Strom- und Wasserverbrauch der Waschmaschine zu reduzieren. Die Wäsche wird ebenfalls geschont. Der Nachteil der Programme liegt darin, dass sie mit niedrigeren Wassertemperaturen waschen und Erreger nicht abgetötet werden. Beispielsweise bei einer Fußpilzerkrankung ist es sinnvoll, die Strümpfe in der Kochwäsche zu reinigen. So vermeiden Sie, sich an Ihren eigenen Socken wieder zu infizieren.

Tipps für nachhaltiges Waschen

Nachhaltiges Waschen ist immer bewusstes Waschen. Mit ein paar einfachen Angewohnheiten sparen Sie bei der Wäsche richtig viel Geld und schonen die Umwelt:

  • Geben Sie Ihre Kleidung nur in die Wäsche, wenn das nötig ist. Leibwäsche und Strümpfe sollten täglich gewaschen werden, Jeans und Pullover können mehrere Tage getragen werden.
  • Stellen Sie die Waschmaschine nur an, wenn sie voll ist. Halbe Ladungen sind meist Verschwendung. Das gilt auch dann, wenn Ihre Waschmaschine die Beladung automatisch erkennt.
  • Waschen Sie immer auf möglichst niedrigen Temperaturen. Einzige Ausnahme: sensible Wäsche wie Monatswäsche, Leibwäsche und Handtücher.
  • Damit die Waschmaschine trotzdem von Waschmittelrückständen und dem sich immer bildenden Biofilm befreit wird, lassen Sie die Waschmaschine hin und wieder bei 60 Grad oder 90 Grad Celsius mit Vollwaschmittel laufen. Das bietet sich beispielsweise immer dann an, wenn Sie ohnehin eine Ladung Handtücher oder Bettwäsche waschen wollen.


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