Wäsche schleudern Wäsche schleudern - darauf gilt es zu achten

Wäsche schleudern ist Teil fast jedes Waschvorgangs. Der Schleudergang setzt unmittelbar nach dem Waschgang ein. Doch wie genau funktioniert das Schleudern physikalisch und wann sollte man es lieber sein lassen? Im Folgenden erfahren Sie alles übers Wäscheschleudern.

Warum sollte Wäsche geschleudert werden?

Der Prozess des Schleuderns drückt das Wasser, das sich noch in der Wäsche befindet, mittels der Fliehkräfte an die Wand der Trommel. Das macht den Stoff leichter und verschnellert den Trockenvorgang. Unabhängig von Maschinentrocknung oder Lufttrocknung werden Sie so Zeit und Energie sparen.

Welches Wäschesymbol steht für Schleudern?

Ein Wäschesymbol für das Schleudern von Wäsche gibt es nicht. Es gibt aber Orientierungshilfen in Form von Balken unter dem Wasch-Symbol. Diese sollen Ihnen dabei helfen die richtige Schleuderdrehzahl an Ihrer Waschmaschine einzustellen. Hat das Symbol keinen Balken, so können Sie bei hoher Schleuderdrehzahl Ihre Wäsche schleudern, da das Textil relativ unempfindlich ist. Ein Balken bedeutet dagegen pflegeleichte Wäsche, die bei niedriger Umdrehungszahl geschleudert werden kann. Befinden sich auf dem Symbol dagegen 2 Balken darunter, dann sollten Sie die Wäsche gar nicht schleudern, sondern lediglich an der Luft trocknen.

Was bedeutet Restfeuchte im Fachjargon?

Die Restfeuchte wird in Prozent angegeben. Sie bezeichnet den Feuchtigkeitsgrad der Wäsche nach dem Schleudervorgang. 100% ist triefend nass, 0% ist schranktrocken.

Welche Wäsche sollte man nicht schleudern und warum?

Empfindliche Stoffe wie Wolle, Seide oder Naturfasern sollten Sie gar nicht oder nur sehr sanft schleudern, da die hohe physikalische Belastung empfindliche Stoffe beschädigen oder dauerhaft zerknittern kann. Wenn Sie sich nicht sicher sind, sollten Sie das Wäschestück vorsichtshalber nicht schleudern. Bei groben und widerstandsfähigen Stoffen hingegen können Sie so schnell schleudern, wie Sie es möchten.

Welche Wäsche sollte wie geschleudert werden?

Pflegeleichte Kleidung oder Heimtextilien können Sie mit bis zu 1.600 Umdrehungen schleudern. Empfindlichere und feinere Stoffe sollten Sie dagegen mit einer Drehzahl zwischen 600 und 1.000, oder im Zweifelsfall gar nicht schleudern. Eine hohe Schleuderdrehzahl kann jedoch auch zu Lärmbelästigung, vorallem in einem Mietshaus, führen, weswegen eine Zahl von 1.200 die goldene Mitte darstellt. Hier verliert die Wäsche einen großen Teil der Feuchtigkeit ohne beschädigt zu werden, oder zu hoher Lärmbelastung zu führen. Die meisten Pflegeleicht-Programme basieren auf einer mittleren Drehzahl zwischen 1.000 und 1.400.

Warum kann die Wäsche nach dem Schleudern noch nass sein?

Der Schleudervorgang ist ein rein physikalischer Prozess und nicht in der Lage, die Wäsche schranktrocken zu schleudern. Dabei geht es lediglich darum, den schweren Großteil des Wassers aus der Kleidung zu transportieren und den späteren Luft- oder Maschinentrockenvorgang zu beschleunigen. Wenn Sie schranktrockene Wäsche aus der Waschmaschine möchten, sollten Sie sich eine Wasch-Trocken-Kombination, also einen Waschtrockner, zulegen.

Warum ist die Wäsche danach warm?

Die Wäsche wird mit heißem Wasser gewaschen und erhitzt die gesamte Trommel. Das Wasser, das durch den mechanischen Schleudervorgang an den Rand der Trommel geschleudert wird, kühlt nicht ab, weil das Metall innerhalb der Waschtrommel noch Restwärme vom Waschvorgang hat. Wenn Sie die Wäsche noch warm aufhängen, dürfen Sie sich über einen leicht beschleunigten Trockenvorgang und weniger Falten freuen.

Kann Wäsche beim Schleudern eingehen?

Da die Wäsche einerseits durch die hohe Temperatur, andererseits durch die hohe physikalische Belastung strapaziert wird, kann die Wäsche eingehen. Ist die Wäsche hitzeempfindlich, kann dies jedoch bereits beim Waschvorgang geschehen.

Weitere Tipps & Tricks zum Schleudern

Ein guter Trick kann es sein, die Füllhöhe der Waschtrommel zu berücksichtigen. Ist die Trommel mit mehr als 4 kg Wäsche gefüllt, kann eine hohe Schleuderzahl sinnvoll sein, um möglichst wenig Restfeuchte zu behalten. Ist die Trommel hingegen nur mit wenigen Wäschestücken befüllt, reicht eine niedrige Schleuderzahl, da das Luft-Wasser-Verhältnis hier ein anderes ist.

Läuft die Waschmaschine über Nacht, sollten Sie auch eine geringere Drehzahl wählen, da so die Lärmbelästigung reduziert wird. Gerade in Wohnungen, die unter der Waschmaschine liegen, kann sonst viel Vibration über den Boden weitergeleitet werden. Bei Tage, oder wenn niemand zuhause ist, sind hohe Drehzahlen hingegen kein Problem.

Was passiert, wenn man Wäsche ohne Schleudern aufhängt?

Kommt die Wäsche ganz ohne Schleudergang aus der Maschine, ist sie noch sehr nass und schwer. Der Trockenvorgang kann verlängert werden und die Wäsche könnte tropfen. Dies ist nur bei wenigen oder eher kleinen Kleidungsstücken ratsam. Im Hochsommer kann theoretisch auf das Schleudern verzichtet werden. Da das Schleudern jedoch noch ein zusätzlicher Reinigungsprozess ist, in dem Schmutzreste mit hohen Fliehkräften abtransportiert werden, sollte möglichst immer geschleudert werden.



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