Seide waschen Beim feinen und empfindlichen Stoff Seide ist Vorsicht geboten (Bild: © Stillfx – Fotolia.com)

Früher war Seide ein Luxusgut, das nur blden Reichen vorbehalten war. Heute findet man dagegen Seide in vielen Wäschestücken, wie Blusen, Bettdecken oder Unterwäsche. Die Naturfaser Seide wird durch die kleine Raupe Maulbeerspinner gesponnen. Was Sie beachten sollten, wenn Sie Seide waschen, erfahren Sie hier.

Was ist am Stoff Seide so besonders?

Seide ist meist besonders glatt und lässt sich daher extrem angenehm tragen. Auch Allergiker und Allergikerinnen vertragen das Material in der Regel gut. Seide ist außerdem sehr hygienisch und haltbar. Allerdings ist die feine Faser nicht ganz unempfindlich. Die natürliche Eiweißfaser hat eine ähnliche Struktur wie das menschliche Haar und verträgt dementsprechend Reibung, große Hitze und viele Chemikalien gar nicht gut.

Seide ist eine tierische Faser. Sie wird als feiner Spinnfaden von den Seidenraupen hergestellt, die daraus ihren Kokon spinnen. Die Raupen müssen getötet werden, um den feinen Faden vom Kokon abzuwickeln und zu einem für Textilien brauchbaren (dickeren) Faden zu verspinnen. Das Material Seide hat eine leichte antibakterielle Wirkung, reguliert die Körpertemperatur auf sinnvolle Art und Weise und ist zumindest in trockenem Zustand relativ strapazierbar. Denn um den Seidenfaden für die Verarbeitung zu Textilien zu gewinnen, muss der eigentliche Faden mehrfach miteinander versponnen und verdreht werden. Dadurch entsteht ein auf die Dicke bezogen sehr reißfester Faden.

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Abhängig davon, wie der Seidenfaden verarbeitet wird, kann der entstehende Stoff mehr oder weniger glatt, mehr oder weniger durchsichtig sein. Bouretteseide ist normalerweise etwas fester und glänzt nicht so stark, Satin hat einen extrem auffälligen Glanz, Chiffon und Taft sind ebenfalls Seidenstoffe. Sogenannte Rohseide hat weniger Glanz, denn hier wird der Seidenfaden vom Kokon verwendet, bevor der Seidenleim entfernt wurde. Für die Textilindustrie ist diese schwerere, feste und nicht so glatte, leicht gelbliche Seide von eher geringer Bedeutung – wird aber dennoch hin und wieder verwendet.

Seide ist …

  • besonders glatt
  • sehr hygienisch und haltbar
  • eine tierische Faser
  • etwas empfindlich

Seide waschen oder lieber nicht?

Typische Waschsymbole bei Seide
Typische Waschsymbole bei Seide
Ob Ihre Schals, Seidenblusen und Wäschestücke aus Seide gewaschen werden dürfen oder nicht, steht auf dem Etikett in dem jeweiligen Kleidungsstück. Dorthin sollte immer der 1. Blick gehen. Die Waschsymbole geben konkrete Hilfe, wie Sie mit dem Wäschestück umgehen sollten.

Zudem ist es abhängig davon, wie die Seide für das Textil verarbeitet wurde. Einige Stücke dürfen grundsätzlich nur in der chemischen Reinigung behandelt werden, andere sind für die Handwäsche geeignet, und wieder andere Stücke dürfen bis 30° C in die Waschmaschine.

Welches Waschmittel sollte man für Seide verwenden?

Für die Reinigung in der Waschmaschine gilt das Gleiche wie für die Reinigung von Hand: Seide darf nur mit speziellem Waschmittel gereinigt werden. Die Eiweißfasern werden brüchig, wenn ein alkalisches Waschmittel eingesetzt wird. Seidenwaschmittel enthält normalerweise neutrale Tenside und ist frei von Zusatzstoffen.

Tenestar Spezialwaschmittel für reine Seide

  • Für reine Seide
  • Seide behält Glanz
  • Stoff bleibt weich und flexibel
  • Farben bleiben hell
  • Angenehmer Geruch
  • Gut fleckenlösend

Wollwaschmittel ist für Seide nur bedingt geeignet: Es wirkt leicht rückfettend. Das kann die Seide speckig werden lassen. Waschmittel, das Bleiche enthält, sollten Sie auf gar keinen Fall benutzen. Denn die darin enthaltenen Enzyme schaden der Seidenfaser und machen die Eiweißstrukturen kaputt.

Wenn gar kein anderes Waschmittel zur Hand ist, können Sie auch ein mildes, ph-neutrales und zusatzstofffreies Shampoo zur Reinigung von Seide verwenden. Es sollte aber auf jeden Fall frei von Parfum, rückfettenden Substanzen, Weichmacher und ähnlichem sein.

Wie sollte die Wäsche vorbereitet werden?

Seidenwäsche gehört zumindest in der Waschmaschine immer in ein Wäschenetz. Das Netz sollte üppig genug gewählt werden, dass die Seidenstücke von Wasser und Waschmittel frei umspült werden können. Es darf aber nicht so groß sein, dass es sich mit der übrigen Wäsche verknoten würde – denn dann werden die Wäschestücke ebenfalls gezogen, gepresst und gerieben. Das schadet dem Gewebe, kann zu Brüchen und Rissen führen.

Mit welchen Waschmaschinen-Einstellungen sollte man Seide waschen?

Das Schonwaschprogramm (Wollprogramm) ohne Schleudern ist für Seide schon eine gute Einstellung. Neuere Waschmaschinen haben außerdem ein spezielles Seidenprogramm, das genau auf die Bedürfnisse dieser empfindlichen Textilien abgestimmt ist.

Auch bei Handwäsche sollten Sie Seide pfleglich behandeln. Rubbeln und Reiben verträgt das Material gar nicht gut, das hinterlässt Verschiebungen in der Webstruktur. Auswringen ist auch keine gute Idee. Seide wird im lauen Wasserbad eingeweicht, vorsichtig ein wenig ausgedrückt, noch einmal eingeweicht. Diese Abfolge wird wiederholt, bis die Flecken verschwunden sind. Danach wird das Wasser abgelassen, das Kleidungsstück wird vorsichtig ausgedrückt (ohne viel Kraft) und anschließend auf dicken Frotteehandtüchern ausgelegt. Zusammen mit den Handtüchern können Sie das Kleidungsstück aufrollen und die Rolle noch einmal zusammendrücken. Aber bitte auch jetzt nicht wringen. Anschließend kann das Kleidungsstück wie gewohnt liegend auf einem Wäschenetz oder auf dem Bügel getrocknet werden.

Seide waschen ist also nicht unbedingt einfach, aber die modernen Waschmaschinen übernehmen inzwischen sehr viel für Sie und Ihr Kleidungsstück.

Wie sollte man Seide bügeln?

Seide wird leicht speckig, daher sollten Sie nur von der Rückseite bügeln. Das geht am Besten, wenn das Kleidungsstück noch ein wenig feucht ist. Dampfbügeleisen und hohe Temperaturen verträgt Seide nicht, und beim Bügeln sollten Sie die Kleidungsstücke auf keinen Fall noch einmal mit Wasser benetzen, denn dabei entstehen unschöne Wasserränder. Lassen sich Knitter und Falten nicht entfernen, können Sie das Kleidungsstück mit einem feuchten Tuch von der Rückseite bügeln.

Tipps gegen Flecken und Knitterfalten

Fettflecken lassen sich nicht mit Wasser auswaschen, denn Fett ist grundsätzlich nicht wasserlöslich. Wasser hinterlässt erstens beim Trocknen auf der Seide selbst Ränder und Flecken, und zweitens lässt es die Seidenfasern kurzfristig aufquellen, so dass der Schmutz eher noch tiefer einzieht. Für den Notfall muss trocken abtupfen reichen. Ist etwas Zeit vorhanden, können Sie den Fleck mit Waschbenzin betupfen, das löst Fett. Fleckentferner sind natürlich tabu.

Knitterfalten können Sie aus Seidenblusen entfernen, wenn die Luftfeuchtigkeit kurz ansteigt. Hängen Sie die Bluse einfach über Nacht nach draußen oder lassen Sie im Badezimmer kurz die Dusche heiß laufen und die Seidenbluse da für einige Stunden hängen. Ein Bügeleisen wird nicht benötigt.

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