Wann darf der Mieter im Mietshaus Wäsche waschen? Lärm im Mietshaus? In Deutschland darf die Waschmaschine nicht rund um die Uhr laufen (Bild: © pathdoc – Fotolia.com)

Das Leben in einem Mietshaus hat viele Vorteile, doch der Streit mit den Nachbarn über kleine oder größere Probleme gehört sicher nicht dazu. Ein potentieller Konfliktherd zwischen Mietern oder zwischen Mieter und Vermieter ist die Nutzung der Waschmaschine und der daraus resultierende Lärm. Die wichtigsten Infos zum Thema Wäsche waschen im Mietshaus und was Mietern droht, haben wir für Sie hier zusammen getragen.

Darf man in jedem Fall eine Waschmaschine in der eigenen Wohnung aufstellen?

In vielen Mietshäusern gibt es gemeinsame Waschküchen, in denen jeder Mieter seine Wäsche erledigen kann. Doch es gibt auch Mieter, die ihre Unterwäsche lieber in den eigenen vier Wänden waschen. Doch wie sollten Sie reagieren, wenn in Ihrem Mietvertrag steht, dass Sie den gemeinsamen Waschraum nutzen sollen? Dürfen Sie sich dann trotzdem eine Waschmaschine in die Wohnung stellen?

Viele deutsche Gerichte haben in der Vergangenheit schon über diese Frage entschieden. So gaben unter anderem das Landgericht Freiburg (AZ: 9 S 60/13), sowie das Amtsgericht Köln (AZ: 207 C 221/00) Mietern Recht, die trotz einer entgegenstehenden Klausel im Mietvertrag, eine eigene Waschmaschine in der Wohnung genutzt haben.

Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass es grundsätzlich zur zulässigen Nutzung einer Mietsache gehöre, eine Waschmaschine in der Wohnung aufzustellen. Ein vertraglicher Ausschluss dieses Rechts ist daher unzulässig.

Um welche Uhrzeit darf man im Mietshaus Wäsche waschen?

Die gesetzlichen Grundlagen zu dieser Frage sind in vielen verschiedenen Gesetzen und Richtlinien geregelt, die sich alle mit dem Thema Lärmbelästigung beschäftigen. Eine bundeseinheitliche Regelung gibt es nicht, deshalb sei hier beispielhaft aufgezählt das Bundesimmissionsschutzgesetzes, EU-Richtlinien zur Bekämpfung von Umgebungslärm oder spezielle Regelungen der Bundesländer oder Kommunen.

Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, in den allgemein gültigen Ruhezeiten auf das Waschen der Wäsche zu verzichten. Diese sind werktags – also auch am Samstag – zwischen 22 und 6 bzw. 8 Uhr und in einigen Kommunen und Hausordnungen auch zur Mittagszeit zwischen 13 und 15 Uhr. Zudem sollten Sie auch Sonntag Rücksicht auf ihre Nachbarn nehmen. Der Sonntag und die gesetzlichen Feiertage stehen unter dem besonderen Schutz des Gesetzes. Daher sollten Sie das Waschen mit älteren und demzufolge lauteren Maschinen an diesen Tagen möglichst unterlassen. Wenn die Geräusche der Maschine sich jedoch im üblichen Rahmen halten, dann können Sie durchaus auch am Sonntag in einem Mietshaus Wäsche waschen.

Allgemeine Ruhezeiten im Mietshaus:

  • Nachtruhe von 22 Uhr bis 6 Uhr
  • Mittagsruhe von 13 Uhr – 15 Uhr
  • Ganztägig an Sonn- und Feiertagen
Hausordnungen können zudem erweiterte Ruhezeit für den Samstag enthalten. Diese gilt häufig von 19 Uhr bis 8 Uhr früh. Ist keine gesonderte Ruhezeit für den Samstag festgelegt, zählt dieser als Werktag.

Was kann man machen, wenn man dennoch in der Nacht waschen möchte?

Für beruflich stark eingebundene Personen kann es manchmal schwierig sein, außerhalb der Ruhezeiten Wäsche zu waschen. Sollten die Geräusche, welche die Waschmaschine produziert ortsüblich sein, können Sie die Nachbarn einfach darauf ansprechen, ob es sie stört, wenn Sie auch später am Abend Wäsche waschen. So geht man unnötigen Stress einfach aus dem Weg. Als Alternative gibt es noch bei den meisten Waschmaschinen Modellen eine Zeitvorwahl. Bereiten Sie die Maschine vor dem Verlassen der Wohnung vor, programmieren Sie sie einfach so, dass sie während des Tages, in Ihrer Abwesenheit wäscht und wenn Sie wieder kommen, können Sie die Wäsche frisch gewaschen aus der Maschine nehmen – das sollten Sie dann aber nicht vergessen.

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Wie laut darf eine Waschmaschine sein?

In Sachen Lautstärke der Waschmaschinen greifen in der Regel die Immissionsschutzgesetze der Bundesländer, die unter Umständen noch von den Hausordnungen des eigenen Wohnkomplexes konkretisiert werden. Im Durchschnitt verursacht eine Waschmaschine im Waschgang Geräusche von 50 bis 55 Dezibel und im Schleudergang liegt ihr Geräuschpegel zwischen 70 bis 75 Dezibel. Bei sehr modernen Waschmaschinen können die Immissionen auch etwas geringer sein. Innerhalb der Ruhezeiten sollten die Geräusche der Waschmaschine Zimmerlautstärke nicht überschreiten, außer dies ist mit den Nachbarn bzw. dem Vermieter explizit abgesprochen. Von Zimmerlautstärke spricht man bei Geräuschen bis zu 40 Dezibel.

Was droht, wenn andere Mieter sich über den Krach der eigenen Waschmaschine beschweren?

Neben dem Ärger mit dem Vermieter, kann den Störenfrieden bei extremer Lautstärke eine Anzeige wegen Ruhestörung drohen oder ein zivilrechtlicher Anspruch auf Unterlassung durchgesetzt werden. Von Seiten des Vermieters droht eine Abmahnung bzw. im schlimmsten Fall eine Kündigung.

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Ein Kommentar zu “Wann darf der Mieter im Mietshaus Wäsche waschen?”

  • Rolf 28. Mai 2018 at 20:53

    Bei Altbauten überträgt sich der Waschmaschinenlärm über Beton und Stahl. Besonders dann, wenn die Geräte nicht auf Dämmmatten bzw. Schwingungs-/Übertragungsfrei von Boden und Wand aufgestellt sind. Dies führt über die Bade-/Klo-Räume zu einer Verstärkung der Maschinengeräusche. Zudem kommen in den betreffenden; oft einige Stockwerke weiter, Infra- und Ultraschall an. Diese führt zu sogenannten Brummtönen, Vibration von Bett, Luft und Körper sowie Druck auf den Trommelfellen. Schlafen ist unmöglich.
    Gerade die Belastung durch Infra-/Ultraschall wird oft ausgeklammert und sind nur mittels teuerer Messgeräte (Spezialfirmen) nachweisbar.

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