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Das Bestreben der EU, sorgfältig mit Strom und Wasser umzugehen, ist an vielen Stellen erkennbar. Die meisten Verbraucher werden dies vorallem auf dem bekannten EU Label bemerken, das auf fast jedem elektronischen Haushaltsgerät klebt. Ziel ist die Aufklärung der Käufer über den Energieverbrauch der jeweiligen Geräte, um sie so dazu zu bewegen, sich eher für ein umweltbewußteres Modell zu entscheiden, und so den Energieverbrauch zu senken. Um dies einfach verständlich zu machen, entschied man sich zu (leicht erkennbaren) Energieeffizienzklassen bei Waschmaschinen und anderen Haushaltsgeräten.

Welche Bedeutung haben die Energieeffizienzklassen bei Waschmaschinen?

Seit 1994 kennzeichnet ein EU-Label alle Waschmaschinen. Darauf findet man neben dem Strom- und Wasserverbrauch, Lautstärke und Fassungsvermögen auch ganz groß die sog. Energieeffizienzklasse. Bis 2011 wurde die höchste Energieklasse noch mit A und einem Energieverbrauch von 0,19 kWh bei einem Kilogramm Wäsche angegeben. Doch moderne Waschmaschinen blieben zunehmend unter dem Verbrauchswert, so dass die bis dahin bekannte Klassifikation durch die Stufen A+, A++ und A+++ ergänzt wurde. Aus Umweltschutzgründen müssen Neugeräte seit Dezember 2013 mindestens die Energieeffizienzklasse A+ erfüllen – zumindest wenn sie ein Fassungsvermögen von mehr als 4 kg aufweisen.

EU Label mit Energieeffizienzklassen bei Waschmaschinen

Wie wird die Energieeffizienzklasse berechnet?

Es wäre natürlich falsch, wenn man einfach nur den absoluten Energieverbrauch als Grundlage für die Effizienzklasse nehmen würde, denn Waschmaschine ist nicht gleich Waschmaschine. Kleine Waschmaschinen verbrauchen absolut gesehen meist weitaus weniger Strom als große Waschmaschinen. Aus diesem Grund wird bei der Ermittlung der Energieeffizienz auch das Fassungsvermögen mit berücksichtigt.

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Um die Klassifikation der Waschmaschine bestimmen zu können, wird daher der sogenannte Energieeffizienzindex (EEI) ermittelt. Dabei wird der Stromverbrauch eines Waschgangs durch das Fassungsvermögen der Waschmaschine dividiert. Das Ergebnis in Kilowattstunde ergibt einen Wert pro Kilogramm Wäsche. Die Zuordnung zu einer Energieeffizienzklasse ergibt sich dann durch die prozentuale Abweichung des ermittelten Energieverbrauchs je Kilogramm vom Referenzwert eines fiktiven Geräts. Das ist der Energieeffizienzindex.

Energieeffizienzklasse Energieverbauch im Vergleich zum Referenzgerät Energieverbauch
A+++ < 46% < 0,148 kWh / kg
A++ < 52% < 0,167 kWh / kg
A+ < 59% < 0,19 kWh / kg
Beispiel:
Werden beispielsweise 0,95 kWh Gesamtverbrauch durch eine Füllmenge von 6 kg Wäsche geteilt, beträgt die Energieeffizienz 0,158 kWh. Der Berechnung zufolge würde das Gerät in der Klasse A++ eingestuft werden.

Um die Klassen A+, A++ und A+++ zu erreichen, muss der Stromverbrauch der Waschmaschine bei unter 0,19 kWh pro Kilogramm Wäsche liegen. Und selbst die Werte für A+++ werden inzwischen um einiges unterschritten, so dass viele Hersteller mit Angaben zur Energieeffizienz von „A+++ -50%“ werben, was bedeutet, dass die Maschine 50% weniger Strom verbraucht, als es für die Klasse A+++ notwendig ist.

Wer vergibt die Energieeffizienzklassen?

Die Kennzeichnungspflicht des Energieverbrauchs regelt die EU. Entsprechend einer Labelverordnung müssen folgende Angaben dem Etikett an einer Waschmaschine zu entnehmen sein: Hersteller, Modellbezeichnung, Energieeffizienzklasse, Energieverbrauch, Wasserverbrauch, Füllmenge, Schleuderwirkungsklasse, Lautstärke beim Waschen und Schleudern, sowie die Gültigkeit.

Dadurch soll dem Verbraucher die Kaufentscheidung erleichtert werden. Die EU verpflichtet den Hersteller, die Informationen deutlich sichtbar an der Vorder- oder Oberseite des Gerätes anzubringen. Ziel der EU ist es, zu einer Steigerung der Energieeffizienz von 20 Prozent beizutragen. Dazu sollen in Zukunft noch sparsamere Modelle produziert werden, wie den EU-Richtlinien von 2010 zu entnehmen ist. Regelmäßig prüft die Europäische Kommission, ob die verwendeten Etiketten im Verkaufs- oder Ausstellungsbereich für den Verbraucher leicht verständlich und übersichtlich sind. Da Energieeffizienzklassen bei Waschmaschinen inzwischen A+++ (3 x Plus) erreicht haben, wird es 2020 eine Berichtigung geben, bei der die modernsten Waschmaschinen mit dem niedrigsten Energieverbrauch nur noch ein einfaches „A“ als höchste Klasse erhalten. Die EU hat verstanden, dass eine Ausweisung nur mit Buchstaben auf dem EU Label weitaus verständlicher ist.

Energieeffizienz lohnt sich langfristig

Der meist höhere Anschaffungspreis einer Waschmaschine mit Energieeffizienzklasse A+++ lohnt sich für Sie vor allem langfristig. Aus diesem Grund sollten Sie bei dem Gerät auch auf gute Komponenten achten, die eine hohe Lebensdauer versprechen.

Bei steigenden Energiepreisen bedeutet die beste Energieeffizienzklasse A+++ auf lange Sicht ein Plus in der Haushaltskasse, auch wenn Sie zunächst vielleicht mit einem höheren Kaufpreis der Waschmaschine rechnen müssen und die Ersparnis durch einen geringeren Stromverbrauch nicht gleich sehr hoch ausfällt. Zudem tragen Sie einen kleinen Teil zum Schutz unserer Umwelt bei.

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3 Kommentare zu “Energieeffizienzklassen bei Waschmaschinen”

  • Jihses 31. März 2019 at 21:42

    Es werden also nicht alle, sondern nur zwei Waschgänge zugrundegelegt.
    Und diese müssen auch 100% vollgepackt sein. Die angegebenen Waschtemperaturen werden dabei meist gar nicht erreicht: z.B. statt angeblich 60° sind es teilweise nur schlappe 25 °C.
    Das ist natürlich eine Irreführung der Verbraucher.
    Was leider gar nicht erwähnt wird: die exorbitante Dauer dieser 2 Referenz-Waschgänge von teils weit über 300 Minuten!!
    Wer will und wird denn 5-6 Stunden auf seine Wäsche warten? Nur wenige. steht zu befürchten.
    Alle anderen Waschgänge sind also viel ineffizienter und verdienen damit auch nicht das angepriesene Label.
    Ich frage mich auch , wieso ich meine Waschmaschine nicht einfach an mein Warmwasser anschließen kann, wenn es doch meine Brennwert-Gas Zentralheizung viel umweltfreundlicher herstellen kann, als die Heizwendeln der Maschine mit elt. Strom?

    Antworten
  • Thomas 16. April 2019 at 07:26

    Ja, richtig. Ich hab z.B. meist 30°-Wäsche. Stiftung Wartentest hat auch solche Waschgänge miteinander verglichen, zudem stehen die Verbräuche der meisten Waschgänge in den Bedienungsanleitungen. Letztendlich ist das Energieeffizienzlabel nur eine erste Einschätzung, wenn man es genau wissen will muss man selbst vergleichen.

    Antworten
  • N. Krüger 27. Mai 2019 at 11:55

    @Jihses viele Waschmaschinen lassen einen Warmwasser Anschluss zu; was die Zeit angeht kann ich die Problematik nicht nachvollziehen, ob das nun 1 oder 4 Stunden dauert hat doch keinen Einfluss auf den Komfort, da man in der Zeit ja nicht anwesend sein muss.

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